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18. Dezember 2019, 16:11 UHR |

Weihnachtsmarkt-Statistik: Lokal schmeckt´s am besten

IUBH Studie untersucht Besucherströme auf deutschen Weihnachtsmärkten

 

Ein Bummel über den Weihnachtsmarkt gehört für die meisten Deutschen zur Adventszeit dazu. Mit ihrer aktuellen Studie [1] unter über 1.000 Weihnachtsmarktbesuchern in zehn deutschen Städten hat die IUBH Internationale Hochschule untersucht, wer genau sich hinter den Besuchermassen verbirgt – und wie Städte und Händler sich auf deren Wünsche einstellen können. Die Studie zeigt: Die meisten Besucher bleiben ihrem Weihnachtsmarkt vor Ort treu – und treffen sich dort gern immer wieder mit Freunden und Familie, um bei Glühwein und gebrannten Mandeln die Adventszeit zu zelebrieren.

Der Weihnachtsmarkt als soziales Event mit Freunden und Familie

Weihnachtsmärkte sind für die meisten Besucher soziale Events: Nur 3 Prozent der Befragten gaben an, allein den Weihnachtsmarkt zu besuchen. 42 Prozent der Befragten waren in Begleitung von Freunden, 25 Prozent mit dem Partner und 22 Prozent mit der Familie vor Ort.

Aufgrund des sozialen Charakters des Besuchs ist es nicht verwunderlich, dass die Gastronomie das meist genutzte Angebot auf den Weihnachtsmärkten darstellt.  Geld wird also vorrangig für Glühwein, Bratwurst und Co ausgegeben, insofern liegen die Tagesausgaben des typischen Weihnachtsmarktbesuchers im niedrigeren Bereich bei 25 bis 49 Euro. „In Verbindung mit dem enormen Besucheraufkommen bescheren jedoch auch die relativ geringen Tagesausgaben der einzelnen Besucher vielen Marktkaufleuten, aber auch dem marktnahen Einzelhandel gute Umsätze“, konstatieren Prof. Dr. Linda Schnorbus und Prof. Dr. Felix Wölfle, Studienleiter und Professoren für Tourismuswirtschaft der IUBH. „Die Weihnachtsmärkte bleiben daher wichtige Einnahmequellen im Vorweihnachtsgeschäft.“

Der Weihnachtsmarktbesucher ist Wiederholungstäter

Auf den Weihnachtsmärkten in Deutschland tummeln sich vorrangig lokale Gäste: 58 Prozent haben einen Anreiseweg von unter 50 km; nur 15 Prozent reisen aus mehr als 250 km Entfernung an. Dafür sind die meisten gleich mehrmals jährlich auf ihrem Markt vor Ort unterwegs. Schnorbus Fazit: „Aufgrund der Besucherstruktur zeigt sich für die Kommunen, dass Weihnachtsmärkte keine zusätzlichen, aufwendigen Werbemaßnahmen notwendig zu haben scheinen. Die Durchführung solcher Märkte in der Adventszeit ist inzwischen in ein bundesweites Brauchtum übergegangen, so dass das Besuchen von Weihnachtsmärkten für viele Menschen hierzulande per se zum festen Bestandteil der Vorweihnachtszeit gehört.“

Ein Automatismus über andauernde Besucherströme solle jedoch nicht angenommen werden. Weihnachtsmarktbesucher nannten auch immer wieder Unzufriedenheiten, allen voran mit dem Rahmenprogramm und dem Preis der Speisen. „Bei einer Außerachtlassung solcher Besucherwahrnehmungen könnte die Unzufriedenheit – gerade in Ballungsgebieten, in welchen inzwischen viele Weihnachtsmärkte um die Gunst der Besucher buhlen – ein Abwandern auf andere Märkte zur Folge haben“, warnt Schnorbus.

 

[1] Die Studie beruht auf Vor-Ort-Befragungen von 1.043 Besuchern von Weihnachtsmärkten in zehn unterschiedlichen Städten in Nordrhein-Westfalen und Hessen. Zeitraum der Befragung war Dezember 2018.

 

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