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28. April 2020, 06:29 UHR |

Corona-Krise traf öffentliche Verwaltung meist unvorbereitet

Gemeinsame Studie der Uni Würzburg mit der IUBH

Auch die öffentliche Verwaltung in Deutschland ist erheblich von der Coronakrise betroffen. Wie genau, hat nun eine Studie mit rund 2.000 Teilnehmern ermittelt, die das Verwaltungs- und Beschaffernetzwerk  in Kooperation mit der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (Prof. Dr. Ronald Bogaschewsky) sowie der IUBH Internationalen Hochschule (Prof. Dr. Michael Broens) durchgeführt hat. Die Studie zeigt: vier von fünf befragten Verwaltungen besaßen keine Pandemie-Notfallpläne – haben aber nach Ausbruch der Krise verschiedene Maßnahmen zum Schutz der eigenen Mit­arbeiter getroffen.

 

„Die Corona-Krise traf viele Verwaltungen unvorbereitet. Nur 20 % verfügten über Pandemie-Notfallpläne“, so Prof. Bogaschewsky. „Die Verwaltungen haben dann aber kurzfristig zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um mit den Veränderungen durch die Corona-Krise zurecht zu kommen“, ergänzt Prof. Broens. Nahezu überall wurde der Publikumsverkehr auf ein Minimum reduziert. Die Ermögli­chung der Arbeit im Home-Office, die Erhöhung der räumlichen Distanz der Arbeitsplätze in der Verwaltung oder die Einführung von Schichtregelungen wurden zudem in vielen Verwaltungen als Maßnahmen aufgegriffen. Die Ausgabe von Schutzmasken fand dagegen nur vereinzelt statt.

 

Als Ergebnis der getroffenen Maßnahmen fühlt sich etwas mehr als die Hälfte der befragten Verwal­tungsmitarbeiter ausreichend vor einer Ansteckung geschützt. Hier besteht offensichtlich noch Verbes­serungsbedarf. Gleichermaßen gehen die Befragungsteilnehmer davon aus, dass die bestehende Corona-Krise erhebliche Auswirkungen auf die Finanzen der Verwaltungen haben wird. Bisher geplante Beschaffungsvorhaben werden daher bereits teilweise zurückgestellt.

 

Die Vollversion der Studienergebnisse ist unter www.VuBN.de/Corona abrufbar.

 

Das Verwaltungs- und Beschaffernetzwerk (www.VuBN.de) ist die größte Web-basierte professionelle Wissensaustauschplattform für den öffent­lichen Sektor sowie für Kirchen in Deutschland. Neben zahlreichen Themen­gebieten wie Beschaffung und Vergabe, Finanzen, Bauhöfe oder IT, wurde im Zuge der Corona-Krise die Fachgruppe „Corona-Virus/Covid-19“ erstellt, in der sich bereits über 2.000 unserer Mitglieder aktiv austauschen. Hier geht es zur Fachgruppe Corona-Virus/Covid-19!

 

Kurzzusammenfassung der Ergebnisse

  • Die befragten Verwaltungen haben zahlreiche Maßnahmen, wie beispielsweise die Einfüh­rung von Home-Office-Konzepten und Schichtregelungen, zum Schutz der eigenen Mit­arbeiter getroffen.
  • Die Ausgabe von Schutzmasken zur Minimierung der Infektionsgefahr fand vielfach bis­lang nicht statt, wohingegen der Publikumsverkehr nahezu überall auf ein Minimum reduziert wurde.
  • Nur etwas über die Hälfte der Verwaltungsmitarbeiter fühlt sich durch die getroffenen Maßnahmen ausreichend geschützt. Es besteht also in vielen Fällen zumindest Verbes­serungsbedarf.
  • Vor Ausbruch der Corona-Pandemie existierten bei 80 % der befragten Verwaltungen keine Pandemie-Notfallpläne.
  • Es wird davon ausgegangen, dass die Corona-Krise Auswirkungen auf die Finanzen der Verwaltungen haben wird. Bisher geplante Beschaffungsvorhaben werden daher teilweise zurückgestellt.

 

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