MENUMENU
MENUMENU
22. Juli 2019, 07:37 UHR |

Presseinformation: „No Deal“ als wahrscheinlichste Brexit-Variante bei deutschen Finanzchefs

IUBH untersucht Meinung zum Brexit-Deal unter CFOs

Morgen entscheidet sich, wer neuer Premierminister in Großbritannien wird – und damit den weiteren Verlauf des Brexits maßgeblich prägen wird. Noch sind alle Optionen vom „No Deal“-Brexit bis hin zum Rücktritt vom Austritt offen. Doch deutsche Finanzchefs halten inzwischen die ungeordnete Austrittsvariante am wahrscheinlichsten – das ergab die Studie „CFO-Monitor“ der IUBH Internationalen Hochschule unter rund 250 Chief Financial Officers (CFO) mittelständischer und großer Unternehmen in Deutschland. Ein Viertel messen dem Ausgang hohe bis sehr hohe Relevanz für das eigene Unternehmen bei.

CFO-Einschätzung zum Brexit überwiegend kritisch
Im IUBH-Forschungsprojekt wurden deutsche Finanzentscheider im Mai und Juni dieses Jahres zur Relevanz des Themas für ihr Unternehmen, zu Brexit-bezogenen Maßnahmen und der wahrscheinlichsten Austrittsvariante befragt. Dass rund ein Drittel die „No Deal“-Variante erwarten, sei „überraschend“, so Studienleiterin Prof. Dr. Silke Jütte. „Das zeigt deutlich, dass die CFOs kein Vertrauen in die Fähigkeit der Politik mehr haben, bei diesem Thema noch zu tragfähigen Kompromissen zu kommen.“
Die wichtigsten Ergebnisse der ersten Auflage des CFO-Monitors zum Sonderthema Brexit lauten:

  • Ausgang der Verhandlungen: Knapp ein Drittel der Befragten erwartet einen „No Deal“-Austritt ohne vorheriges Austrittsabkommen. Ein Viertel der Befragten glaubt an einen neu verhandelten Deal, gerade einmal 20% geben dem bereits ausgehandelten Deal noch eine Chance und mit 18% noch weniger erwarten einen Rücktritt vom Brexit.
  • Vorbereitungsmaßnahmen: Die Mehrheit (79%) der Befragten gaben an, für den Brexit bereits Maßnahmen getroffen zu haben. Die meistgenannte Vorbereitungsmaßnahme lautete Konzentration auf alternative Märkte – „dies ist eine Reaktion, die Sorgen um eine nachhaltige Beeinträchtigung der britischen Wirtschaft berechtigt erscheinen lassen“, so Jütte. Erhöhung der Lagerhaltung, interne organisatorische Maßnahmen, Erhöhung finanzieller Rücklagen und proaktive Preisanpassungen wurden ebenfalls häufig genannt.
  • Unmittelbare Folgen: Mit rund zwei Dritteln sieht die Mehrheit der befragten Finanzchefs die Folgen des Brexits für das britische Königreich negativ bis sehr negativ. Rund 15% erwarten sogar eine schwere Wirtschaftskrise mit einem Absinken des britischen BIP um mehr als 10%.
  • Langfristige Folgen: Auch halten es gut zwei Drittel der Befragten in verschiedenen Graden für wahrscheinlich, dass die Briten nicht als Einzige die EU verlassen.
  • Relevanz für das eigene Unternehmen: 54% der befragten Finanzentscheider messen dem Brexit aus Sicht ihres Unternehmens niedrige bis gar keine Relevanz bei. Für immerhin ein Viertel der Unternehmen hat der Brexit hohe oder sehr hohe Relevanz – besonders betroffen ist hierbei das verarbeitende Gewerbe.

„Interessanterweise sehen fast die Hälfte der Befragten, trotz der überwiegend negativen Einschätzung über die Folgen, den Brexit als ‚ richtig ’ für das britische Volk an“, so Prof. Dr. Arne Schulke, Mitinitiator des Projekts. „Dies kann einer gewissen Genervtheit gegenüber dem Thema entspringen, wie ein Kommentar eines CFOs zum Thema gut widerspiegelt: Mir egal welcher Brexit, aber bitte gestern.“

Der erste CFO-Monitor steht ab sofort zum Download bereit
Die erste Auflage des CFO-Monitors, der gemeinsam von der IUBH und der Mittelstandsberatung Allfoye als Kooperationspartner finanziell gefördert wird, kann unter www.cfo-monitor.de oder www.iubh-university.de/publikationen/ heruntergeladen werden. Jede Ausgabe des Monitors beschäftigt sich neben den „Top Ten“-Fragen zu Geschäftslage, Strategien und Risikobewertung mit einem Sonderthema, das die Teilnehmer im Vorhinein auch selbst bestimmen können – in der ersten Auflage wurde die Einschätzung zum Thema Brexit erhoben.

|